Die wichtigsten Wirtschaftsindikatoren

Lernen Sie mehr über BIP, CPI, Zinssätze und anderen Wirtschaftsindikatoren und wie diese ihnen bei der Entwicklung des Handelsplans weiterhelfen können.

Die Nachrichten sind voller Wirtschaftsindikatoren. Früher hatten nur institutionelle Broker und große Investoren Zugang zu diesen Daten. Wirtschaftsindikatoren gibt es in zahlreichen Formen, wie  Forex Marktsignalen, Umfragen, wichtigen Ankündigungen und so weiter.

Glücklicherweise sind Marktindikatoren mittlerweile auch für Gelegenheitshändler, Tageshändler und Swing-Händler in ihrer ganzen Bandbreite verfügbar – für Anfänger, Fortgeschrittene und Profis. Das Internet bietet eine Vielzahl von Marktindikatoren für Forex-Händler.

Zu den Top-Wirtschaftsindikatoren gehören: Bruttoinlandsprodukt (BIP), Handelsbilanzbericht, Verbraucherpreisindex (CPI), Arbeitslosenrate, Zinssatz und Inflationsrate. Um beim Forex-Handel erfolgreich zu sein, müssen Sie genau verstehen, wie diese Wirtschaftsindikatoren sich auf die Handelsaktivität insgesamt auswirken. Wir werden uns kurz ansehen, welche Auswirkungen und Bedeutung die zuvor genannten Marktindikatoren haben.

Bruttoinlandsprodukt (BIP)

Das Bruttoinlandsprodukt ist der Wert aller Güter und Dienstleistungen, die in einem Land innerhalb eines Kalenderjahres produziert werden. Es ist ein Gradmesser des Zustands der Wirtschaft eines Landes. Wenn das BIP im Jahresvergleich steigt, wächst die Wirtschaftsleistung eines Landes.

Wenn das BIP eines Landes im Vergleich zum Vorjahr zurückgeht, schrumpft die Wirtschaftsleistung. Dieser Marktindikator berücksichtigt keine informelle und Schattenwirtschaft, die den Behörden nicht gemeldet wird. Das BIP misst die Gesamtproduktivität eines Landes, nicht das individuelle Wohlergehen seiner Bürger.

Auf jeden Fall ist das BIP der bei weitem wichtigste Marktindikator für die Bewertung der Stärke oder Schwäche der Währung eines Landes. Wenn der tatsächliche BIP-Wert die Prognosen übertrifft, neigen Forex-Händler dazu, die betreffende Landeswährung bullisch nachzufragen. Das Gegenteil ist auch möglich.

Investoren reagieren durch Massenkauf oder -verkauf von Währungen sofort auf BIP-Nachrichten

Die Formel für die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts lautet wie folgt: BIP = Konsumentenausgaben + staatliche Ausgaben + Investitionsausgaben + Nettoexporte.

Handelsbilanzbericht

ie Handelsbilanz macht den Großteil der Zahlungsbilanz eines Landes aus. Dieser Marktindikator gibt die Differenz zwischen dem Wert von Importen und Exporten an. Ein Handelsdefizit existiert, wenn ein Land mehr importiert als es exportiert. Einen Handelsüberschuss gibt es, wenn ein Land mehr exportiert als es importiert.

Der Nettoeffekt von Überschüssen und Defiziten spiegelt sich in den Handlungen von Forex-Händlern wider. Die Nachfrage nach der Währung eines Landes mit einem Nettodefizit im Handelsbilanzbericht kann sinken, wohingegen die Nachfrage nach der Währung eines Landes mit einem Nettoüberschuss in der Handelsbilanz steigen kann.  Auf diese Weise berücksichtigen Forex-Händler den Handelsbilanzbericht in ihren Handelsaktivitäten.

Verbraucherpreisindex (CPI) und Inflationsraten

Der Verbraucherpreisindex misst den Wert eines Warenkorbes aus häufig nachgefragten Gütern und Dienstleistungen, um die Lebenshaltungskosten bzw. die Inflationsraten zu bestimmen. Alle Güter im Warenkorb werden nach ihrer jeweiligen Wichtigkeit für den durchschnittlichen Verbraucher gewichtet.

Mit steigenden Lebenshaltungskosten steigt auch die Inflation und die Nachfrage nach der Währung dieses Landes kann sinken. Forex-Händler behalten den CPI im Auge, um positive und negative Veränderungen zu erkennen und entsprechend handeln zu können.

Dieser Marktindikator ist perfekt geeignet, um Perioden der Inflation und Deflation in einer Wirtschaft zu erkennen, da schnelle Ausschläge des CPI in einem kurzen Zeitraum einen Inflationsdruck anzeigen können.  Die CPI-Werte waren im Jahr 2014 für die Eurozone flach oder sinkend und daraus resultierten Deflationsdruck und geringere Nachfrage nach dem Euro.

Die Inflationsrate zeigt an, wie schnell die Preise von Gütern und Dienstleistungen steigt. Sie ist auch ein Maß dafür, wie die Kaufkraft einer Währung fällt. Inflation ist ein Zustand, in dem die Preise im Allgemeinen steigen, und Deflation ist ein Zustand, in dem die Preise fallen. Beide sind gleich gefährlich.

Deflation ist besonders beunruhigend, denn Verbraucher neigen dazu, sich in diesem Fall bei großen Käufen wie Autos, Immobilien usw. zurückzuhalten, da sie erwarten, dass die Preise weiter fallen werden.

Die Folge ist, dass die wirtschaftliche Aktivität in deflationären Wirtschaften zum Stillstand kommt. Geldpolitische Maßnahmen kommen normalerweise bei beiden Extremen zum Einsatz. Im Falle von Inflation gibt es zu viel Geld und zu wenige Güter und die Geldmenge muss reduziert werden. Während einer Deflation muss die Geldmenge erhöht werden. Forex-Händler reagieren dementsprechend.

Arbeitslosenrate

Die Arbeitslosenrate ist ein wichtiger Marktindikator, der die Grundlage für viele Entscheidungen von Spekulanten im Forex-Markt bildet. Nach der strengen Definition ist die Arbeitslosigkeitsrate der Prozentsatz der Arbeitskräfte, die aktuell nach Arbeit suchen, aber keine finden.

Die Arbeitslosenrate wird als Prozentsatz angegeben und monatlich veröffentlicht. Die US-Arbeitslosenrate sinkt kontinuierlich, was bedeutet, dass immer mehr Arbeitssuchende Arbeit finden. Allerdings bezieht die Arbeitslosenrate jene arbeitslosen Menschen nicht mit ein, die derart desillusioniert geworden sind, dass sie aufgehört haben, Arbeit zu suchen.

Im Großen und Ganzen ist die Währung eines Landes umso stärker, je geringer die Arbeitslosenrate ist. Die Reaktionen von Forex-Händlern sind indirekt proportional zur Arbeitslosenrate. Wenn die Arbeitslosigkeit sinkt, verhalten sich die Forex-Händler bullisch. Wenn die Arbeitslosigkeit steigt, verhalten sich die Forex-Händler bärisch.

Zinssätze

Zinssätze werden annualisiert und als jährlicher Prozentsatz ausgedrückt. Der Zinssatz ist jene Gebühr, die von einem Kreditgeber gegenüber einem Kreditnehmer für die Überlassung eines Vermögenswertes berechnet wird. Wenn Sie Geld auf Ihr Bankkonto einzahlen, ist der Zinssatz die Zahlung, die Sie von der Bank dafür erhalten, dass Sie Ihr Kapital bei ihr hinterlegen.

Wenn Sie Geld von einer Bank leihen, zahlen Sie die Kreditsumme plus Zinsen zurück. Je höher der Zinssatz, desto vorteilhafter ist es für Menschen mit Kapitalüberschuss, Geld bei Banken und Finanzinstitutionen anzulegen.

Wenn der Zinssatz so niedrig ist wie derzeit in der Eurozone, im Vereinigten Königreich und in den USA, gibt es hingegen wenig Anreiz, Ihr Geld auf einem Konto mit einem festen Zinssatz zu hinterlegen. Typischerweise werden Börsen attraktiver, wenn die Zinssätze niedrig sind.

Investitionsausgaben nehmen in einer Wirtschaft mit niedrigen Zinssätzen immer zu, da die Kosten von geliehenem Kapital so gering ist. Wenn Zinssätze steigen, wird die Währung eines Landes typischerweise stärker nachgefragt. Währungen steigen gewöhnlich im Wert, wenn die Zinssätze steigen, da es eine größere Nachfrage nach der Währung dieses Landes gibt.