Der Händler-Leitfaden zum Öl-Markt

Alvexo gibt ihnen eine Einführung in den Öl Handel. Als eines der am meisten gehandelten Rohstoffe ist Öl auf den globalen Märkten besonders wichtig.

Einführung in den Öl Handel

Wenn es um den Rohstoffhandel geht, unterscheiden Händler zwischen Agrarrohstoffen und harten Rohstoffen. Während alle Rohstoffe austauschbar sind, gibt es doch Unterschiede zwischen ihnen. Öl fällt in die Kategorie der harten Rohstoffe − diese Rohstoffe müssen abgebaut, aus dem Boden gebohrt oder gefördert werden.

Öl ist auf den globalen Märkten so wichtig, dass es den Spitznamen Schwarzes Gold erhielt. Öl ist dann besonders nützlich, wenn es in andere Produkte wie Benzin raffiniert wurde. Harte Rohstoffe sind das Fundament industrieller Prozesse und deshalb von hohem Interesse für Investoren.

Öl ist besonders wichtig für die Produktion fast aller chemischen Produkte, darunter Medizin, Farben, Waschmittel und Kunststoffe. Darüber hinaus ist es auch als Heizmittel und als Treibstoff für Flugzeuge, Fahrzeuge und Maschinen omnipräsent. Bedenken Sie, dass Öl für Textilien, Funktionskleidung, CDs/DVDs, Möbel und andere Zwecke verwendet wird.

Industrieländer wie die Staaten der Eurozone, Japan, die USA, Kanada und China sind äußerst abhängig vom Öl und das ist der Grund, warum der Ölpreis die Wirtschaften dieser Länder so stark beeinflusst.

Ende 2014 haben wir ein Sinken des Ölpreises erlebt, wobei der Preis von über 100 $ auf unter 50 $ pro Fass mehr als halbiert wurde. Dadurch sanken die Benzinpreise in den USA auf unter 2 $ pro Gallone, wodurch in der US-Wirtschaft täglich wieder mehr als 450 Millionen $ zur Verfügung standen, um den Einzelhandelsumsatz in der Weihnachtssaison zu stärken.

Ölpreise sind sehr volatil und von Angebot, weltweiter Nachfrage, geopolitischen Unsicherheiten und einer Reihe weiterer wirtschaftlicher Kriterien abhängig. Wir werden uns die Bedeutung dieses Rohstoffs näher ansehen, da er die Handelsaktivitäten auf der ganzen Welt beeinflusst.

Die wichtigen Spieler auf dem Öl-Markt

Während die OPEC einen Großteil der Ölvorräte kontrolliert, sind die USA der größte Ölproduzent der Welt, noch vor Saudi-Arabien und Russland. Die reichen Schieferöl-Felder in US-Bundesstaaten wie Texas und North Dakota verfügen über gewaltige Ressourcen an Öl.

Nichtsdestotrotz waren die USA mit bis zu 8 Millionen Fässern pro Tag im Jahr 2014 immer noch ein Nettoimporteur von Rohöl. Die globalen Öl-Preise sind hauptsächlich mit der Rohölsorte Brent verbunden, während US-Öl als WTI-Rohöl bekannt ist (West Texas Intermediate).

Die Preise beider Rohöl-Richtwerte bewegen sich meist in dieselbe Richtung, wobei Brent-Rohöl auf den Märkten historisch gesehen höher als WTI-Rohöl gehandelt wird.

Die OPEC wird von Saudi-Arabien, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten und Kuwait dominiert. Saudi-Arabien ist der wichtigste Entscheidungsträger in der OPEC. Diese ölreichen Nationen kontrollieren einer Großteil des weltweiten Ölvorräte und können so die Preise bestimmen.

Je mehr Öl zur Verfügung gestellt wird, desto niedriger bei ansonsten gleichbleibenden Umständen der Preis   − und umgekehrt. Während des kürzlichen Einbruchs der Ölpreise traf die OPEC die Entscheidung, das Angebot an Öl nicht zu drosseln, um ihre Marktanteile zu schützen.

Dies ließ den Ölpreis sinken und schädigte OPEC-Mitgliedsstaaten, die hohe Betriebskosten haben. In den Jahren 2014 und 2015 beharrte die OPEC darauf, dass das Marktgleichgewicht am besten dadurch erreicht würde, wenn es Märkten erlaubt wird, selbst die Talsohle zu erreichen und das Marktgleichgewicht wieder herzustellen, ohne das Angebot zu kürzen.

Der Ölpreis ist höchst volatil und wird besonders von geopolitischen Unsicherheiten, Unruhen im Nahen Osten und Entscheidungen der OPEC stark beeinflusst. Der Öl-Handel findet vor allem auf dem Futures-Markt statt und wird von Produzenten und Kaufmännern genutzt, um ihre Kosten abzusichern, und von Händlern, um auf die Preisentwicklung zu spekulieren.

Wenn ein Land ein BIP-Wachstum erfährt, kann auch der Öl-Konsum steigen, denn es gibt eine positive Korrelation zwischen der Nachfrage nach Öl und dem BIP.  Der Grund dafür ist, dass die Nachfrage nach Öl und aus Öl gewonnenen Produkten steigt, wenn die Industrie wächst.

Man sollte auch stets bedenken, dass Öl-Kontrakte in US-Dollar angegeben werden. Höhere Ölpreise steigern die Nachfrage nach dem US-Dollar, da mehr Transaktionen von Öl-Kontrakten getätigt werden.

Der USD und der Ölpreis.

Die Beziehung zwischen US-Dollar und Ölpreis ist interessant. Wenn der US-Dollar gegenüber anderen Währungen schwächer wird − wie im US-Dollar-Index ersichtlich − steigt der Öl-Preis wahrscheinlich.

Im Laufe der Jahre wurden verschiedene Studien durchgeführt, besonders die Granger-Kausalität, welche zeigt, dass eine inverse Beziehung zwischen dem Preis von Brent-Rohöl und dem Wechselkurs des US-Dollar existiert.

Sinkt der Wert des USD um 1 %, neigt Brent-Rohöl dazu, um 2,1 % zu steigen. Das liegt daran, dass es ein schwacher Dollar (in dem Öl gehandelt wird) anderen Ländern ermöglicht, mehr Öl und andere Rohstoffe zu kaufen, was die Nachfrage nach Öl und den Preis (angegeben in USD) steigen lässt.

Wenn der Dollar unter den Erwartungen bleibt, neigen Investoren dazu, Rohstoffen wie Gold zu kaufen, die ebenfalls in USD angegeben werden. Diese sind eine bessere Geldanlage als traditionelle Währungen.

Sie können großes Handelspotenzial nutzen, indem Sie die wichtigen Marktnachrichten genau verfolgen, da diese den Öl-Handel beeinflussen. Dieser Rohstoff ist eines der wichtigsten handelbaren Anlagegüter auf dem Markt und der Preis und die Verfügbarkeit von Rohöl haben weitreichende Auswirkungen auf die gesamte Weltwirtschaft.